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Sponsoren des DL98





Einige Zahlen

7378. Tag danach
Gemeldet: 23
aus 5 (Bundes)-Ländern
Männer: 17
Frauen: 6
Jüngster Mann 1980
Ältester Mann 1934
Jüngste Frau 1962
Älteste Frau 1938
Kürz. Etappe 55km
Längste Etappe 94.7km
Ø Etappe 72km

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Ingo Schulze
Hauptstraße 52
72160 Horb - Nordstetten
Tel: 0049 (0) 7451/4615
Fax: - 624756
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Ingos Bücher

Cover von Ingos Buch
Das Buch über meine "Weltreise" als Passagier auf einem Frachtschiff ist fertig. Es kann bei Interesse bei mir oder beim Engelsdorfer-Verlag bestellt werden. Es kostet 18 Euro und auf 126 Seiten kann man mein 49-tägiges Seefahrtabenteuer nachvollziehen. Es ist mit über 65 Fotos bespikt, wovon 30 Bilder in Farbe sind. Es ist ein Handbuch für Nachahmer! ISBN 978-3-95488-492-6.

Cover von Ingos Buch Ingos Erfahrungen als Organisator des „TE-FR 2012. Das Buch hat 205 Seiten. ISBN 978-3-95488-207-6. Preis: 12 Euro. Alle Bücher können beim "Engelsdorfer-Verlag" bestellt werden. Gern können die Bücher auch bei Ingo direkt bestellt werden und er schreibt eine Widmung hinein. Cover von Ingos Buch Ingos Erfahrungen als Organisator des „TE-FR 2009“ Das Buch hat 191 Seiten. ISBN 978-3-86901-782-2. Preis: 12 Euro
.Cover von Ingos Buch

Ingos Erfahrungen als Organisator des „TE-FR 2003“ Das Buch hat 230 Seiten. ISBN 978-3-86703-437-1. Preis 14 Euro
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Übersetzung

Die Webseite ist in großen Teilen ins Englische übersetzt worden. Insbesondere die Teilnahmebedingungen wurden gewissenhaft übersetzt, so dass sie gleichwertig zum deutschen Original zu sehen sind. Die Übersetzungen der Seiten in andere Sprachen ist vorgesehen, allerdings wird dabei das Hauptaugenmerk auf die Navigation gelegt werden, insbesondere wird es keine Übersetzung der Teilnahmebedingungen geben.

Der Weg zum DL98

Beim Schreiben des Berichtes versuchte ich eine Einleitung zu schreiben, die ein Bild des gesamten Unternehmens machen sollte. Als ich dann auf die einzelnen Tage einging, fügte ich immer mal wieder meine Gedanken mit ein.
Ich bin kein Romanautor. Es ist ein Versuch, den Deutschlandlauf, kurz DL98 für den Leser näher zu bringen. Die Teilnehmer und Betreuer werden sich beim Lesen meines Berichtes an vieles zurück erinnern. Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen des DL98.

1983 lief ich die Strecke von Peter Gehrmann von Flensburg nach Linderhof. Es waren 1.097 km die ich in 14 Tagen und 4 '/ Stunden zurücklegte. Begleitet wurde ich damals von einem Kollegen der Bundeswehr. Nach dem Fall der Mauer lief ich 1993 ein zweites Mal unter Einbeziehung der neuen Bundesländer von Nordost nach Südwest. Die Strecke habe ich mit 1.305 km erkundet und benötigte hierfür 14 Tage und 7 1/2 Stunden. Gegen Ende 1997 kam ein Laufkollege aus Bielefeld auf die Idee, einen Deutschlandlauf als Wettkampf zu organisieren. Ich hielt mich vorerst zurück. Ich habe meine Erfahrungen als Organisator vom „Horber Stäpfeleslauf" (Treppenlauf) und „Horber Neckarlauf` (Landschaftslauf) und ich weiß, was alles an so einer Sache hängt. Meine Gedanken kreisten aber ständig über dem Projekt „Deutschlandlauf". Dann war es soweit und ich entschloß mich einzusteigen. Es wurde mir ein Verein in Aussicht gestellt, der voll in die Organisation einsteigen würde. Ich brachte meinen „Pentium II" zum glühen und die 64 MB Arbeitsspeicher nutzte ich voll aus. Wenn Schulze zuschlägt, dann aber richtig. Von dem mir zugesicherten Verein habe ich leider nie etwas gehört. Ich stand schon nach sehr kurzer Zeit allein da. Was aber sollte ich tun? Es wurde von mir schon zu viel in die Wege geleitet. Die ersten Teilnehmer hatten sich bereits angemeldet und ihre Urlaubsplanung auf dieses Unternehmen eingestellt. Die ersten Unterkünfte waren bereits sicher und das Genehmigungsverfahren für die Strecke lief bereits an. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch schon mehrere Tausend Mark investiert. Meine Inge fragte nur trocken: „Schlapp machen oder was?"
Das Konzept stand endgültig, nachdem ich die Strecke im Mai 98 mit Inge erkundete. Wir benötigten eine ganze Woche, dann stand die Strecke für den DL98 fest. Es wurden 1.225 km, diese teilte ich in 17 Etappen ein. Es war allerhand Holz. Es sollte ja aber auch kein Volkslauf werden, sondern ein Mini „Trans Am- Lauf° Ich nannte ihn kurz darauf „DL98"
Folgendermaßen ging ich vor:

  • Ich hatte 17 Etappen vorgesehen. Es mußten also 17 Unterkünfte organisiert werden. Schon im Dezember 1987 schrieb ich die betroffenen Städte an, mit der Bitte dem DL98 entsprechende Turnhallen oder Gemeinderäume zur Verfügung zu stellen.
  • Ich schrieb die DRK's in den vorgesehenen Etappenzielen an und bat auch um Unterstützung der ortsansässigen Ärzte.
  • Ein sehr großes Problem war die abendliche Versorgung mit warmen Essen. Anfangs ging ich davon aus, aus Kostengründen selber zu kochen. So etwas geht allerdings nur, wenn genug Helfer im Einsatz sind und die hatte ich nicht. Ich bat daher die Städte um
  • Unterstützung. Ich wurde oftmals an Schuten und Vereine verwiesen. Die nächsten Anfragen gingen dann an selbige.
  • Ich hatte eine tolle Idee: Ich wollte den Teilnehmern eine Möglichkeit bieten, daß sie unterwegs, zumindest ihre T-Shirts irgendwo auswaschen können und dachte an Münzwaschsalons. Bei meinen Bemühungen, solche im Vorfeld ausfindig zu machen, scheiterten. Waschsalons dieser Art, gibt in der Regel nur in Großstädten und auch dort sind sie sehr dünn gesät. Die Arbeit hätte ich mir also sparen können. Die Idee war gut, aber nicht zu gebrauchen!
  • Es mußte eine Satzung her. Aus verschiedenen Satzungen stellte ich eine Maßgeschneidert für den DL98 zusammen.
  • Ich versuchte einen Schirmherrn zu finden. Am besten ist es bei solch einem Unternehmen, wenn man jemanden aus der Politik nimmt. Diese Überlegung erwies sich später als gar nicht so falsch. Ich schrieb an Bundeskanzler Helmut Kohl. Von seiner Sekretärin
  • bekam ich die Antwort, daß Kohl davon absehen muß, weil sonst auch andere Veranstalter kommen könnten usw. Dann versuchte ich es bei Joschka Fischer, schon nach wenigen Tagen rief seine Sekretärin mit einem ausländischen Akzent an und sagte, daß Herr Fischer mitten in der Wahlkampfphase steckt und daher..... . Ich versuchte es noch bei der Bundesfamilienministerin Frau Claudia Nolte. Von der bekam ich keine Antwort.
  • Unser Horber Oberbürgermeister Michael Theurer wußte von meinen Bemühungen und bot sich an, Herrn Außenminister Dr. Klaus Kinkel anzuschreiben. Das hat geklappt - jetzt konnte der DL98 mit einem akzeptablen Schirmherrn starten.
  • Zu guter Letzt erstellte ich noch eine Ausschreibung.

Das Ganze war für eine Einzelperson sehr waghalsig. Das Unternehmen DL98 lief vor meinen Augen immer wieder wie ein Film ab und ich machte mir so meine Gedanken:

  • Was sollte geschehen, wenn mir mehr als ein Betreuer ausfiel?
  • Noch schlimmer: Was sollte geschehen, wenn ein Fahrzeug ausfiel?
  • Was sollte ich machen, wenn ein Teilnehmer bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt oder sogar ums Leben kommt? Diesen Gedanken schob ich weit weg!
  • Wie sollte ich verfahren, wenn sich Teilnehmer verlaufen?
  • Das finanzielle Risiko trug ich allein!
  • Es tauchten noch viele Fragen auf und ich mußte noch gegen viel Befürchtungen ankämpfen aber das Bild wurde mit jedem Monat schärfer und klarer.

Schon im Januar gingen die ersten Anmeldungen ein. Es ging noch sehr schleppend und im März überlegte ich noch, ob dieses Unternehmen mit dem Startgeld von 850,00 DM pro Person zu finanzieren ist. Meine Hoffnung war es, noch Sponsoren und Gönner zu finden. Wie sich aber mit der Zeit herausstellte, blieb es überwiegend bei den Hoffnungen. Im Juni / Juli sah ich allmählich „Land", etwa 20 Personen hatten sich inzwischen gemeldet und ich hoffte noch die von mir erwünschte Teilnehmerzahl von 25 zu knacken.
Die Unterkünfte hatte ich schon im April weitgehendst geklärt. Die Sanitätsversorgung war erst im August abgeschlossen. Sehr grau sah es bis zum Schluß noch mit den abendlichen Speiseplänen aus. Erst kurz vor dem Start war ich einigermaßen beruhigt. Hier war auch immer noch das Problem mit der Bezahlung. Das Angebot ging hier von 200,00 DM bis 450,00 DM. Zwei Städte boten sogar an, die Kosten zu übernehmen. Die Kosten für die Gesamtverpflegung hatte ich mit 6.000,00 bis 7.000,00 DM angesetzt. Damit kam ich noch lange nicht hin. Es wurde am Ende ein Betrag von 9.500 DM. Hier habe ich einige Kriterien nicht beachtet:

  • Meine Teilnehmer futterten am Abend, wie die Wehrpflichtigen. Das war kein Wunder, denn die 6000 bis 8000 Kalorien mußten von irgendwo herkommen. Im nachhinein erinnerte ich mich, wie ich nach meinen Läufen essen konnte. Es kam durchaus vor, daß ich nach einer Pizza verlangte oder nach einem halben Hähnchen.
  • Von der Firma MERCK aus Darmstadt bekam ich zahlreiche Mineralbrausetabletten. Ich ging davon aus, daß man ständig danach verlangte, das war aber nur in den Morgenstunden und gegen Etappenziel der Fall. In der Regel wurde Coca Cola und Malzbier
  • verlangt. Inge kaufte jeden Tag etwa sechs Kisten Sprudel, 3 Kisten Coca Cola, dazu kam Eistee, Apfelsaft, Orangensaft, alkoholfreies Bier, Malzbier...... und diese waren am Abend leer getrunken.
  • Mit jedem Tag wurde mehr und mehr nach Süßigkeiten verlangt. Ich kaufte Kiloweise Dominosteine, Schokolade, Kekse, Kuchen.....

Sehr zäh liefen die Verhandlungen mit den Sportvereinen. Sie meldeten sich oft überhaupt nicht oder wollten haargenau wissen, was sie vor Ort tun sollten. Dann tauchte auch immer wieder die Frage auf: Wer zahlt die Getränke? Es wurden viele Vorschläge von mir unterbreitet. Auf der Strecke sah nachher vieles anders aus. Es kam vor, daß jemand seine paar Flaschen Sprudel und Coca Cola bezahlt haben wollte. Man wollte lediglich hier und da mal ein DL98 T-Shirt. An einigen Stellen meines Berichtes ist immer wieder zu lesen, wie sehr ich mich über das Engagement der Bevölkerung, der Vereine und der Städte gefreut habe. Auch hier habe ich mir oft unnötige Gedanken gemacht.
Es war mittlerweile Juni und ich mußte mir allmählich Gedanken über die Betreuer machen. Bis dato hatte ich nur Inge und Hans-Joachim Hallmann (Hansi). Hansi hat mich schon auf meinem Lauf nach Frankreich begleitet und wollte beim DL98 mit seinem Auto dabei sein. Ich hoffte immer noch, daß mit den Anmeldungen der Teilnehmer, noch Begleitpersonen genannt werden, aber das beschränkte sich auf wenige Ausnahmen.
Diese Ausnahmen waren:


Albert Hutmann Begleiter von Christa Quentin mit Wohnmobil
Cordula Häusler Begleiterin von Franz Häusler mit Auto
Martin Bayer Begleiter von Eise Bayer mit Wohnmobil (zeitweise)
Gabriele Holters Begleiterin von Markus Müller mit dem Fahrrad
war ab dem 3. Tag meine Beifahrerin. Sie hatte Probleme mit den Knien
Gemod Fricke Begleiter von Gisela Fricke mit Wohnwagen (zeitweise)
Karl-Heinz Begleiter von Sylvia Bechmann mit Auto (zeitweise) Bechmann

Ich hatte noch drei „feste" Betreuer:

  • Meine Ehefrau Inge
  • Sebastian Seyrich 
  • Hans-Joachim Hallmann

Bei all diesen Sorgen war zu berücksichtigen, daß ich niemanden hatte, mit dem ich mich beraten konnte. Alle Entscheidungen mußten von mir getroffen werden und das ein enormer Druck. Ich hörte während des DL98 immer wieder diesen heißen Tip: "Ingo, da mußt du halt delegieren!" Klasse, an wem sollte ich delegieren? Jeder hatte seine Aufgabe von mir zugeteilt bekommen und ich war heilfroh, daß sich das Ganze so schnell einspielte.
Die Strecke von Rügen nach Lörrach wollte ich offiziell genehmigen lassen. Oh Mann, auf was habe ich mich da eingelassen. Hier mal zur Abschreckung für Nachahmer der Ablauf.

  • Antrag beim Verkehrsministerium in Bonn. Antwort: Nicht zuständig. Ist Ländersache
  • Antrag bei jedem Bundesland, jedem Ordnungsamt? Das wäre ein Abenteuer gewesen. Von einem Kollegen bekam ich den Tip, mich an das Bundesland zu wenden, wo der Start stattfindet. Meine CD Rom „lnfo97" sagte mir, daß ich die Adresse in Rostock finde. Her Strietzel aus Rostock meldete sich sehr schnell und war sehr kooperativ. Er teilte mir mit, daß die von mir geplante Veranstaltung einer Erlaubnis nach §29 Abs. 2 StVO bedarf. Die gesamte Veranstaltung sollte gem. §44 Abs. 3 StVO vom Landratsamt Mecklenburg-Vorpommern unter Beteiligung aller betroffenen Bundesländer durchgeführt werden. Alle Anfragen bezüglich der Streckenführung / Streckensicherung sollte von der Erlaubnisbehörde Mecklenburg-Vorpommern gesteuert werden.
  • Für das Erlaubnisverfahren dieses Ausmaßes waren drei Monate Vorlauf notwendig. Der Antrag mußte daher spätestens Mitte Juni 1998 komplett eingereicht werden.
  • Beim Durchlaufen von Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern mußte eine exakte Streckenbeschreibung, mit Karte, in der die Strecke markiert wurde, eingereicht werden. •    Alle Teilnehmer und Betreuer mußten durch den Veranstalter versichert sein und der Nachweis mußte vorliegen. Das war nicht ganz einfach. Über den DLV kam ich auf die ARAG, die mir einen Sondertarif machte.
  • Die gesamte Streckenführung mußte in einer Karte im Maßstab 1:200 000 eingezeichnet werden und der Erlaubnisbehörde vorliegen
  • Es folgte das Anhörungsverfahren mit den einzelnen Ländern und Dienststellen. Zum Schluß dann das Erlaubnisverfahren.
  • Während des Anhörungsverfahrens bekam ich zahlreiche Anrufe und Faxe von den Polizeipräsidien und Regierungspräsidien der Länder. Es meldeten sich auch einzelne Polizeidienststellen, Ordnungsämter und Rathausangestellte.

Es gab viele Wenn und Aber. Mit der Zeit bekam ich ein dickes Fell und sagte mir: Wenn ihr mir Schwierigkeiten macht, dann nicke ich einfach und lasse doch laufen, wie geplant. Es ist doch ganz einfach: Als Einzelläufer kann ich überall laufen, außer auf KFZ Straßen und Bundesautobahnen. Man war aber oft der Meinung, daß wir ausschließlich im Pulk laufen. Obwohl ich ständig darauf hinwies, daß dem nicht so ist, bekam ich diesbezüglich laufend Knüppel in den Weg gelegt. Im Großen und Ganzen bekam ich es aber auf die Reihe und die paar Sturköpfe ignorierte ich einfach. Das ganze Verfahren kostete mich schlappe 180,00 DM dazu kam noch die Versicherung über 560,00 DM.
Einen Tag vor dem Start hatte ich das Schreiben über die Genehmigung in der Hand

Das hätte man natürlich einfacher haben können, denn wie gesagt: Man darf überall laufen..... . Ich war im nachhinein jedoch froh, daß ich mir diese Arbeit gemacht habe, denn man wußte überall Bescheid und die Polizeibeamten waren überall sehr hilfsbereit. An einem Tag, wo Ziel bzw. Start weit von der Unterkunft entfernt war, bot sich die Polizei sogar an, die Teilnehmer mit Polizeifahrzeugen zu fahren. Bei einer anderen Etappe waren über den ganzen Tag zwei Polizeikräder abgestellt. Diese besorgten den Teilnehmern sogar Hamburger und Pizza. In anderen Städten wurden Kreuzungen abgesperrt. Michael Hadderfeld wurde über 30 km von einem Polizeifahrzeug begleitet und Bernd Albrecht hatte kilometerweit einen Polizeibeamten auf dem Fahrrad dabei. Die Polizeieinsätze lassen sich noch weiter fortsetzen. Klasse!
Der Tag „X" rückte immer näher. Im Juni hatte ich 18 Anmeldungen und ich ging schon jetzt von 25 Teilnehmern aus. Ich konnte jetzt Geld ausgeben und meine Ausgaben, die sich bis dahin auf 6.000,00 DM beliefen, waren inzwischen gedeckt. Bei der Firma DEE bestellte ich 100 T-Shirt mit dem Aufdruck: Deutschlandlauf DL98. Ich bereitete Urkunden vor und erstellte die Startnummern, welche ich anschließend einschweißen ließ. Jeder in Lörrach angekommene Teilnehmer sollte einen Pokal bekommen. Für die ersten Frauen und Männer waren besondere Pokale vorgesehen.
Die Firma POWER BAR war inzwischen Hauptsponsor. Für jeden Teilnehmer waren pro Tag drei Power Bars vorgesehen. Die Firmen MERCK und die Whyle-Group beteiligten sich mit einer finanziellen Zuwendung. Eine Stralsunder Sprudelfirma stattete uns mit ein paar Kisten Sprudel und entsprechenden T-Shirts aus. Die nHochdorFbrauerei" spendete T-Shirts und Swet-Shirts. Die Sindelfinger Autovermietung „Kittel" überließ mir einen VW 3,5 t Tonner zu einem überaus großzügigen Preis.
Mein Faxgerät lief in den letzten Tagen auf Hochtouren. Ich glaube, ich habe zeitweise nur die Rollen nachgelegt. Wichtig bei diesem Unternehmen war die Möglichkeit der Kommunikation mit den Städten, Sanitätern, Ärzten, Presse usw. Was liegt im high tech Zeitalter näher, als die Anschaffung eines Handy's? Ich habe diese Dinger bislang abgelehnt, denn so wichtig bin ich nicht. Beim DL98 mußte ich umdenken.
Ich hatte jetzt 17 Läufer, 6 Läuferinnen und 3 Radfahrerinnen auf meiner Teilnehmerliste. Am Freitag des 18. Septembers 1998 fuhren Inge und ich mit dem 3,5 Tonner in Richtung Stralsund, wo wir beim Laufkollegen Andre Kobsch übernachteten.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach Kap Arkona/Putgarten. Vor dem alten Leuchtturm trafen wir schon auf Viktor Adamczyk. Viktor war mit 64 Jahren der älteste Teilnehmer beim DL98. Im Laufe des Tages trafen noch weitere Teilnehmer ein. Der Rest kam am Sonntag bis zum späten Abend waren dann alle beieinander.
Bürgermeister Heinemann wollte uns in einer Bungalowsiedlung unterbringen. Ich weiß nicht was er darunter verstand, aber wir waren mit der Unterkunft in einem ehemaligen Seemannsheim sehr zufrieden. Am Samstagabend versprach uns Bürgermeister Heinemann noch einen Nudelsalat. Ich bat meine Läufer nicht so viel zu essen, weil es ja noch Nudelsalat gibt. Der Großteil ist halb hungrig in die Koje gestiegen, weil der Nudelsalat ausblieb.

Am Starttag machte Herr Heinemann es mit frischen Brötchen und Kuchen wieder gut. Am Start gegen 09:00 Uhr leckte sich Helmut Schieke genüßlich über die Lippen und versicherte dem Bürgermeister, daß der Nudelsalat hervorragend war: Schallendes Gelächter, Herr Heinemann wußte warum und schmunzelte.
Endlich war es soweit: 16 Läufer, 6 Läuferinnen und 3 Radfahrerinnen standen pünktlich um 09:00 Uhr an der Startlinie vor dem Leuchtturm von Kap Arkona auf Rügen. Ein Läufer hatte es sich am Abend zuvor noch anders überlegt und ist nach Bezahlung des Startgeldes wieder Heim gefahren. Es war aber keine endgültige Entscheidung. Am sechsten Tag hatte er es sich doch anders überlegt und stieg wieder ein. (Er hörte auf seine Frau.)

Ingo Schulze

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